Flexible Privatvorsorge

Flexibel und unkompliziert. Ohne großartige Förderung, bei maximaler Verfügbarkeit. Das ist die Flexible Privatvorsorge.

Vorteile der Flexiblen Privatvorsorge

Was ist eine flexible Privatvorsorge?

Dass die gesetzliche Rentenversicherung schon lange nicht mehr ausreicht, um den Bürgern eine ausreichende Versorgung im Alter zu gewähren, ist weder eine Neuigkeit noch ein Geheimnis. Aus diesem Grund wurden die drei Schichten der Vorsorge eingeführt. Das bedeutet, dass es verschiedene Möglichkeiten gibt, um sich selbst für das Alter gut aufzustellen, und jede dieser Optionen unterschiedliche Vor- und Nachteile beinhaltet.

Um einen kurzen Überblick zu gewähren, werden sie hier einmal grob benannt:

In diesem Modell nimmt nach unten hin gerichtet die Förderung der Produkte in der Ansparphase immer weiter zu, im Austausch wird die Flexibilität immer weiter eingeschränkt. Was genau hinter den einzelnen Möglichkeiten der 1. und 2. Schicht steckt kannst du gerne in unseren Artikeln nachlesen oder dich persönlich mit deinem Berater besprechen.

Wichtig ist zu erwähnen, dass es definitiv keine Musterlösung für alle oder eine „Eierlegende Wollmilchsau“ gibt – vielmehr ergibt es oft Sinn, die Vorteile verschiedener Produkte zu kombinieren, um in allen Lebenslagen gut aufgestellt zu sein.

Die flexible Privatvorsorge (im weiteren Verlauf „Flex“ genannt) steht für die Vorsorge in der dritten Schicht. Grob gesagt bedeutet das, dass du in der Ansparphase zwar keine staatlichen Förderungen, Zuschüsse oder Steuervorteile bekommst, aber dafür grundsätzlich jederzeit über dein Geld frei verfügen kannst. Bis zum Renteneintritt kannst du auch wählen, wieviel von deinem Kapital verrentet werden soll und ob ein Teil oder sogar das gesamte Kapital einfach auf dein Konto ausgezahlt werden soll. Der Name flexible Vorsorge ist hier also tatsächlich Programm, auch bei der Frage wann denn nun der Renteneintritt stattfinden soll. Eine monatliche Rente lässt sich aus diesen Produkten oft bereits ab dem 55. Geburtstag auszahlen.

Dadurch, dass du diese Art der Altersvorsorge direkt aus deinem Nettoeinkommen und ohne staatliche Förderungen bezahlst, kommen in der Leistungsphase dann wiederum Vergünstigungen auf dich zu. Im Gegensatz zu allen anderen Vorsorgen zahlst du hier nämlich nicht auf deine volle Rente Steuern, sondern nur auf den sogenannten Ertragsanteil. Was das ist, das erklären wir in einem der nächsten Absätze noch genauer.

Wie funktioniert die Flexible Privatvorsorge?

Das Prinzip ist so einfach wie es nur geht – du zahlst Geld ein (in der Regel monatlich) und am Ende der Laufzeit entscheidest du dich, ob du das Geld wieder rausholen möchtest, nur einen Teil auszahlen lässt oder es vollständig als lebenslange Rente bekommen möchtest.

Vorher kommt aber natürlich noch die Auswahl des passenden Produktes, und da wird es ein wenig komplexer. Man hat in der Flex unterschiedliche Möglichkeiten der Ausgestaltung. Das Wichtigste ist hier eine nachhaltig effektive und renditestarke Anlagestrategie. Bedenke dabei, dass die Laufzeit so einer Altersvorsorge üblicherweise deutlich über 30 Jahre beträgt. Schaut man sich mal in unterschiedlichen Anlageformen und -klassen um, gibt es über diese lange Laufzeit eine, die sich besonders stark von anderen Optionen abhebt, nämlich die Beteiligung am Effektivkapital der Wirtschaft. Verständlich ausgedrückt: Aktien und Aktienfonds. Wer langfristig effektiv Vermögen aufbauen möchte, kommt an diesem Thema absolut nicht vorbei. Sollten dir die Schwankungen an der Börse trotzdem nicht geheuer sein, lässt sich in dem Vertrag eine Beitragsgarantie einbauen. Auch hier gilt nicht „alles oder nichts“, sondern eine hohe Flexibilität – bei vielen Gesellschaften kann die Garantie in 10% bis 20%-Schritten gewählt, und teilweise auch während der Laufzeit noch verändert werden.

Dazu kommen mittlerweile viele von den Gesellschaften mitverwaltete Anlagekonzepte, die also über die gesamte Zeit ein aktives Anlagemanagement stellen, welches auch deinen Vertrag regelmäßig überprüft. Dazu kommen noch Optionen wie aktive Ablaufmanagements (langsames Umschichten des Kapitals in konservative Anlagen zum Ende der Laufzeit), nur für Großanleger zugelassene Fonds (z.B. sogenannte Insti-Tranchen, die wesentlich kostengünstiger sind) und vieles mehr. Sprich hierzu gerne mit deinem Berater vor Ort.

Es gibt auch immer noch die sogenannten klassischen Lebens-/Rentenversicherungen, die das gesamte Kapital des Anlegers nahe dem aktuellen Marktzins anlegen und ggf. eine Überschussbeteiligung auszahlen (nicht garantiert). Da die Festzinsen jedoch seit Jahren unverändert sinken und an vielen Stellen bereits bei 0% angekommen sind, ist es unwahrscheinlich mit so einem Produkt auch nur die Inflation auszugleichen.

Zuletzt gibt es noch einige Möglichkeiten, die Produkte individuell weiter auszugestalten indem Bezugsrechte und Zusatzversicherungen eingebaut werden, wie die Beitragsbefreiung bei Berufsunfähigkeit oder auch eine Hinterbliebenabsicherung. Ob das in deiner Situation angemessen und clever ist, kann pauschal allerdings nicht gesagt werden, weshalb wir eine ganzheitliche Beratung empfehlen, die natürlich auch solche Punkte berücksichtigt.

Wie wird die Flexible Privatvorsorge besteuert?

In diesem Absatz geht es lediglich um die Besteuerung der Leistungen aus einer flexiblen Privatvorsorge, die ab dem 01.01.2005 abgeschlossen wurde. Für ältere Verträge bestehen noch andere Vorschriften, die hier nicht mit erläutert werden.

Wenn die nach aktuell gültigem Recht geschlossenen Verträge als monatliche Leibrente ausgezahlt werden, gilt die sogenannte „Ertragsanteilsbesteuerung“. Das bedeutet, dass ein pauschal festgelegter Anteil der Leistungen überhaupt nur zur Steuerberechnung herangezogen wird. Auf diesen Teil zahlst du dann deinen im Alter gültigen persönlichen Steuersatz. Zum aktuellen Renteneintrittsalter mit 67 Jahren gelten 18% der Leistungen als Erträge.

Hier eine Beispielrechnung, um das Ganze etwas verständlicher zu machen:

Monatliche Rente aus der privaten Vorsorge: 1.000€ Ertragsanteil (18%): 180€ Angenommener pers. Steuersatz: 20%

In anderen Formen der Vorsorge, auch in der gesetzlichen Rente, würdest du deine Steuer auf die Rente von 1.000€ bezahlen, also 200€ monatlich an das Finanzamt abgeben müssen. Von der Rente aus der Flex werden jedoch nur die 180€ zur Steuerberechnung gesehen, der Rest der Leistung ist steuerfrei. Das bedeutet in diesem Beispiel, dass du nur 20% von 180€ bezahlen musst, also 36€.

Im Vergleich sparst du hier also über die gesamte Zeit, in der du Rente beziehst, jeden Monat 164€ Steuern (in 20 Jahren sind das fast 40.000€!).

Solltest du anstelle der Rente eine Kapitalauszahlung wählen, gilt das sogenannte Halbeinkünfteverfahren: Sofern der Vertrag mindestens 12 Jahre gelaufen ist und die Auszahlung frühestens mit dem vollendeten 60./62. Lebensjahr (je nach Abschlusszeitpunkt) erfolgt, muss nur die Hälfte der Erträge versteuert werden.

Sollte dich das Thema Steuern noch näher beschäftigen oder sich konkrete Fragen auftun, empfehlen wir dir einen Steuerberater aufzusuchen.

Für wen lohnt sich die flexible Privatvorsorge?

Durch die hohe Flexibilität und die vielen verschiedenen Gestaltungsmöglichkeiten lässt sich wohl für fast jeden eine passende Flex finden. In erster Linie besteht die Zielgruppe aber in Menschen, die im Alter gut aufgestellt sein möchten, eine hohe Renditeerwartung haben und sich zeitgleich wünschen, in unerwarteten Situationen über ihr Kapital verfügen zu können. Sollte es dir bei deiner Altersvorsorge ausschließlich um hohe Förderungen zum Kapitalaufbau gehen kann es sein, dass andere Produkte besser zu dir passen.

Übrigens: Im Gegensatz zu einigen anderen Produkten gibt es keine besonderen Einschränkungen wer eine solche Altersvorsorge für sich nutzen darf und wer nicht.

Welche Altersvorsorge oder welche Kombination für dich am meisten Sinn ergibt solltest du in einem persönlichen Gespräch mit dem Berater deines Vertrauens besprechen.

Was muss ich sonst noch über die Flexible Privatvorsorge wissen?

Wie schon mehrfach erwähnt steht die Flex vor allem für die individuelle Ausgestaltung und die flexible Handhabung. Dennoch sollte man sie nicht mit einem Sparplan gleichsetzen – ein aktives Management, der Erhalt von Garantien, der Service der Gesellschaften kostet natürlich auch Geld. Für Altersvorsorge ist es vorgegeben, dass ein Großteil der Kosten auf die ersten 5 Jahre verteilt werden, so dass anschließend mit dem eigentlichen Kapitalaufbau begonnen wird. Bei Laufzeiten von 30 Jahren und mehr ist das absolut natürlich und nicht weiter schlimm. Es bedeutet aber natürlich auch dass zwar theoretisch jederzeit das Geld aus dem Vertrag ausgezahlt werden kann, in den ersten paar Jahren wäre es jedoch wahrscheinlich wesentlich weniger als zuvor eingezahlt wurde. Das bedeutet auch, dass für das nächste Auto oder die schöne Immobilie in ein paar Jahren andere Produkte wesentlich sinnvoller sind.

Die Flexible Privatvorsorge im Überblick

Hier fassen wir dir nochmal die Vor- und Nachteile einer Flex auf einen Blick zusammen.

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