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Riesterversicherung Braunschweig2020-09-16T14:15:59+00:00
Altersvorsorge

Riester Rente

Es gibt vermutlich kein anderes Versicherungsprodukt was so oft in der Kritik der Medien und Verbraucherschützer stand. Bilde dir dein eigenes Urteil!

Vorteile der Riester Rente

Was ist die Riester-Rente?

Dass insbesondere die junge Generation ein zunehmendes Rentenproblem hat ist schon lange kein Geheimnis mehr. Das hat auch der ehemalige Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung, Walter Riester, bereits vor vielen Jahren erkannt. Durch ihn wurde die „staatlich geförderte Rente im Rahmen des Altersvermögensgesetzes“ über den Paragraphen 10a im EStG 2002 eingeführt, die auch nach Walter Riester benannt wurde – heute kennen wir dieses Produkt als Riester-Rente. Sie soll die private Vorsorge attraktiver machen und durch staatliche Unterstützung die Renten der Sparer erhöhen. Auf diese Weise sinkt die Belastung für den Staat, da dieser für die soziale Sicherung im Alter einspringen muss, wenn die Rente nicht ausreicht, gleichzeitig steigt die Unabhängigkeit und Lebensqualität des einzelnen Rentners.

Die Meinung der Bevölkerung zum Thema Riester ist allerdings sehr gespalten. Es gibt viele Befürworter, genauso allerdings auch viele Menschen, die in der Riester-Rente einen Flop sehen. Das liegt hauptsächlich daran, dass sich die Wenigsten wirklich damit auseinandergesetzt haben, was eigentlich dahintersteckt. Die Förderung und Funktionsweise ist an sich nicht kompliziert, jedoch gibt es viele verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten. Darunter sind auch einige Varianten, die sich tatsächlich nicht rentieren, weil sie nach veralteten Prinzipien arbeiten und beispielsweise vom Marktzins auf Sparanlagen abhängen, der bekanntlich seit Jahren immer weiter sinkt und mittlerweile nahezu bei 0% liegt.

Es gibt jedoch auch andere Varianten, die dein Kapital unabhängig vom Marktzins anlegen und damit hohe Renditen direkt für dich erwirtschaften können. Diese und auch die tatsächlich mögliche Höhe der Förderung stellen wir im weiteren Verlauf noch genauer dar.

Welche Varianten es gibt, wie Riester eigentlich aufgebaut ist, und wie du die Förderung richtig berechnen und nutzen kannst, das alles erfährst du in diesem Artikel.

Bei der Riester-Rente gibt es allerdings Einschränkungen, wer gefördert wird und wer nicht. Dazu solltest du im Absatz „Für wen gibt es die Riester-Förderung?“ vorbeischauen.

Funktionsweise und Förderung

Hier möchten wir dir erst einmal die Grundlagen eines Riester-Vertrages darstellen. Um ein Produkt als Riester bezeichnen zu dürfen, muss die Gesellschaft es zuerst zertifizieren lassen. Dafür bestehen aktuell die folgenden Voraussetzungen:

  • Der Vertrag bietet eine lebenslange Rentenzahlung („Leibrente“) Maximal 30% des Guthabens dürfen als einmalige Kapitalauszahlung zu Rentenbeginn verwendet dürfen Die Rente ist über die gesamte Leistungsdauer gleichbleibend oder ansteigend
  • Die Auszahlung ist frühestens mit dem vollendeten 62. Lebensjahr möglich
  • Alle eingezahlten Beiträge und die staatlichen Zulagen werden zum Renteneintritt garantiert
  • Alle Abschluss- und Vertriebskosten müssen auf mindestens 5 Jahre verteilt werden (Zillmerung)
  • Der Sparer auf Antrag kann bis zum Ablauf den Vertrag ruhen lassen
  • Eine Übertragung des angesparten Kapitals in einen anderen zertifizierten Vertrag ist jederzeit möglich (maximal 150€ Übertragungsgebühr)
  • Der Vertrag kann ohne Nachteile für den Kauf, Bau oder behindertengerechten Umbau einer eigenen Wohnimmobilie verwendet werden

Sind all diese Eigenschaften erfüllt, ist eine Zertifizierung möglich. Ist diese abgeschlossen, werden folgende Förderungen automatisch in den Vertrag integriert:

  • Grundzulage von 175€ jährlich für den Versicherten
  • Zulage von 185€ jährlich für Kinder, die vor dem 01.01.2008 geboren wurden
  • Zulage von 300€ jährlich für Kinder, die ab dem 01.01.2008 geboren wurden
  • Bonus von 200€ im ersten Jahr für Frühstarter (unter 25 Jahre)
  • Steuerliche Absetzbarkeit aller Beiträge bis 2.100€ jährlich
  • „Hartz IV – Sicherheit“ (Unantastbarkeit des Vertragsguthabens durch den Staat im Falle einer Arbeitslosigkeit oder Erwerbsunfähigkeit)

Die Höhe der tatsächlich gezahlten Zulagen hängt auch von deinen Beiträgen und deinem Einkommen ab. So soll sichergestellt werden, dass alle Sparer fair entsprechend ihrer Situation behandelt werden. Konkret bedeutet das, dass du die volle Zulage dann erhältst, wenn du 4% deines sozialversicherungspflichtigen Vorjahresbruttoeinkommens in den Vertrag einfließen lässt. Grund- und Kinderzulagen werden hier bereits angerechnet.

Die Zulagen werden direkt vom Staat in den Vertrag hinein gezahlt. Früher musste dafür noch jedes Jahr beim regionalen Finanzamt ein Antrag gestellt werden, mittlerweile ist es normal, mit Antragsaufnahme auch der Gesellschaft die Einforderung der Zulagen zu erlauben. So musst du dich nicht darum kümmern und erhältst jedes Jahr deine Zahlungen. Bitte beachte, dass die Kinderzulage nur solange gezahlt wird, wie sie kindergeldfähig sind.

Die Steuererstattung ist abhängig von deinem Einkommen und wird nur gezahlt, wenn sie die Summe der Zulagen übersteigt. Dafür ist es erforderlich, eine Einkommenssteuererklärung zu machen – das ist allerdings auch aus vielen anderen Gründen sinnvoll. Besprich dich dazu am besten mit deinem Steuerberater oder nutze eine der vielen kostenfreien Apps, die dich unterstützen können.

Durch die einkommensabhängige Förderung erreichen Leute mit einem geringen Einkommen eine hohe prozentuale Förderung durch die Zulagen. Hast du ein höheres Einkommen, machen die Zulagen zwar nicht mehr so viel vom Beitrag aus, dafür ist die Steuererstattung umso attraktiver.

Es ist an dieser Stelle wichtig zu erwähnen, dass das Finanzamt niemals Geld verschenkt. Wenn du bei einem Riestervertrag eine Steuererstattung auf deine Beiträge erhältst, dann muss deine Rente versteuert werden. In der Regel hat ein Rentner allerdings einen wesentlich geringeren Steuersatz als er ihn während seines Erwerbslebens zahlen musste. Dadurch lohnt sich diese nachgelagerte Besteuerung im Normalfall trotzdem.

Deine eigene Förderung lässt sich über diesen Link sehr schön berechnen. Probiere doch einfach mal aus, was bei unterschiedlichen Beitragssummen möglich ist. Es ist nicht verpflichtend, die 4% einzuzahlen. Zahlst du weniger Geld ein, wird die Zulage im entsprechenden Verhältnis gekürzt, zahlst du mehr ein, bekommst du eine höhere Steuererstattung.

Übrigens: Der Bedarf an zusätzlicher Altersvorsorge ist und bleibt hoch. Die Riesterförderung steigt deshalb immer wieder an. In den ersten Verträgen von 2002 waren es nur 38€ im Jahr, seit 2018 sind wir bei 175€ Grundzulage. Das bedeutet eine Steigerung von über 300%.

Darstellung der Förderquote

In diesem Teil des Beitrages möchten wir die darstellen, welche Förderquoten insgesamt möglich sind. Das Schöne am Riester ist, dass unabhängig von Anlageform und Gesellschaft in jedem Vertrag mindestens die Beiträge und die Zulagen garantiert sind. Das bedeutet, egal welchen Vertrag du hast, diese Förderquote ist Teil deiner Rendite – ganz ohne dass die Gesellschaft einen Einfluss darauf hat!

Bitte beachte, dass die Zahlen während der Rechnung gerundet wurden und es noch mehr Faktoren gibt, die sich insbesondere auf die Höhe deiner Steuerzahlungen auswirken. Hier geht es uns lediglich um die Visualisierung.

In der ersten Grafik gehen wir von einem Angestellten ohne Kinder aus, der in unterschiedlichen Einkommensstufen immer den Beitrag zahlt, der für die volle Förderung erforderlich ist.

In der zweiten Grafik zeigen wir die gleiche Person, hier allerdings noch mit zwei Kindern, die nach 2008 geboren wurden. Das verdeutlicht nochmal, dass sich die Förderquote für Familien exorbitant erhöht.

Gerade bei Familien mit Kindern und wenig SV-pflichtigem Einkommen macht alleine die Zulage einen sehr hohen Anteil der Zuflüsse aus – anders ausgedrückt: Der größte Teil deiner Altersvorsorge wird dir vom Staat geschenkt!

Um die Zulagen zu erhalten müssen mindestens 60€ Eigenbeitrag im Jahr (also 5€ im Monat) gezahlt werden. Das nennt man Sockelbeitrag.

Für wen gibt es die Riester-Förderung?

Prinzipiell ist die unmittelbare Förderberechtigung daran geknüpft, ein sozialversicherungspflichtiges Einkommen im Vorjahr zu haben. Danach berechnet sich auch die Höhe des Eigenanteils. Das bedeutet schon einmal, dass alle Angestellten und Arbeiter einen Anspruch auf die Riesterförderung haben.

Es gibt allerdings noch einige andere förderberechtigte Personengruppen, also Personen die zwar an sich keine Sozialversicherungsbeiträge zahlen, aber dennoch einen Riester-Vertrag abschließen dürfen.

Dazu zählen:

  • Soldaten und Zeitsoldaten
  • Beamte, Bundesfreiwilligendienstleistende
  • Selbstständige, die Pflichtbeiträge an die gesetzliche Rentenversicherung zahlen
  • Bezieher von ALG I, ALG II und Krankengeld
  • Geringfügig Beschäftigte/Minijobber, welche Beiträge an die ges. Rentenversicherung zahlen
  • Eltern während der Erziehungs-/Elternzeit
  • Bezieher von Renten wegen Erwerbs- oder Dienstunfähigkeit (unter bestimmten Voraussetzungen)

Solltest du nicht zum förderberechtigten Personenkreis gehören, kannst du möglicherweise trotzdem einen Riester abschließen. Eingetragene Lebenspartner und Ehepartner können einen „Huckepackvertrag“ abschließen, d.h. dass sie als mittelbar förderberechtigt gelten, wenn ihr Partner bereits einen geförderten Vertrag hat und sie beim gleichen Anbieter ebenfalls einen Riester abschließen. In diesem Falle müssen sie für die volle Förderung nur den Sockelbeitrag von 60€ im Jahr zahlen, können aber auch für eine höhere Steuererstattung auf einen höheren Betrag aufstocken.

Welche Varianten gibt es?

Wie bereits angesprochen, gibt es unterschiedliche Gestaltungsarten von Riester-Verträgen. Wir möchten an dieser Stelle ausdrücklich nicht tief ins Detail gehen, sondern nur einen kurzen Überblick verschaffen. Die genauen Inhalte solltest du mit deinem Berater besprechen, damit ihr gemeinsam herausfinden könnt, welcher Vertrag für dich am meisten Gewinne mit sich bringt.

Klassische Produkte

Der Riester kann als klassische Lebens- oder Rentenversicherung aufgebaut werden. Das bedeutet in der Regel eine etwas höhere Garantie als die gesetzlich vorgeschriebene Leistung, da das gesamte Sparkapital festverzinslich angelegt wird. Wenn die Anlage besser läuft als erwartet oder weniger Kosten anfallen als prognostiziert wurde, gibt es zusätzlich eine Überschussbeteiligung. Diese steht dir allerdings nicht fest zu, sondern richtet sich nach der wirtschaftlichen Situation der Gesellschaft.

Insgesamt raten wir an dieser Stelle zur Vorsicht an, da festverzinste Produkte schon lange nicht mehr mit hohen Gewinnen einhergehen.

Bankprodukte

Eine andere Option ist die Anlage in ein typisches Bankprodukt, zum Beispiel einen Bausparvertrag (Wohnriester) oder einen Banksparplan. Wie die klassischen Riesterrenten und Lebensversicherungen ist hier allerdings die Rede von festverzinsten Produkten, nur die Funktionsweise ist etwas anders. Dem Banksparplan ist auch zugute zu halten, dass er oftmals eine relativ geringe Kostenquote hat. Dennoch gilt: Rendite schlägt Kosten. Die günstigste Anlage macht am Ende niemanden glücklich, wenn das eingezahlte Geld nicht einmal die Inflation ausgleichen kann!

Fondsriester

Es ist auch möglich, den Riester über einen Fondssparplan abzubilden. Bestimmte Investmentfonds dürfen mit dieser Förderung versehen werden, da allerdings eine lebenslange Rente gewährleistet werden muss, solltest du dich genau informieren wie die Rentenphase abläuft. Oft wartet hier die Falle, da diese Verträge zum Beispiel den Abschluss einer Kapitallebensversicherung zum Renteneintritt vorsehen können. Wie diese Produkte in 20, 30 oder 40 Jahren aussehen, kann allerdings niemand vorhersehen.

Fondsgebundene Riesterrentenversicherungen

Dieses Produkt besteht aus einer Rentenversicherung, die dafür sorgt, dass du ohne Unsicherheiten deine garantierte lebenslange Rente empfangen kannst und aus einem Sparanteil, der in Investmentfonds angelegt wird, also direkt von der Entwicklung der Weltwirtschaft abhängt. Über lange Laufzeiten war diese in der Vergangenheit immer positiv und deutlich oberhalb der Inflationsraten, deshalb kannst du hier von hohen Renditen ausgehen. In einem guten Vertrag gibt es ein breit aufgestelltes Fondsuniversum mit verschiedenen Anlageklassen und Gesellschaften. Es sollte hier also auch möglich sein, das Produkt individuell auf deine Vorlieben und deine Risikobereitschaft anzupassen. Außerdem solltest du darauf achten, dass die mathematischen Grundlagen für deine spätere Rente bereits festgeschrieben sind und nicht während der Laufzeit ins Negative verändert werden dürfen! Mittlerweile gibt es bei vielen Anbietern auch die Möglichkeit, bestimmte Branchen, Regionen oder andere Besonderheiten zu berücksichtigen. Auch die Nachfrage an ökologischnachhaltigen Investments steigt in unserer aktuellen Zeit immer weiter an.

Welche Gesellschaft mit welcher Variante zu dir passt und wie sich deine persönlichen Interessen am besten in der Anlagestrategie abbilden lassen, solltest du persönlich mit dem Berater deines Vertrauens besprechen.

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